Mit der Wave in den Alpen und auf dem Kuhle Wampe Treffen
„10 Jahre KW München“

ein kleiner Reisebericht

2.100 km in 10 Tagen? Durchaus sportlich auf dem 110cc Roller, vor allem wenn gut die Hälfte der Strecke über kurvige Alpensträßchen führt. Da ich in der Woche vor dem Treffen Urlaub eingereicht hatte, entstand schnell die  Idee, mit der kleinen Honda doch ein paar schöne Tage, mit Zelt im Gepäck, in den  Alpen,  zu verbringen und zum krönenden Abschluss das KW Treffen München zu besuchen. 

  

Start war Freitag nach Feierabend, in der ersten Etappe ging´s schnurstracks über die Autobahn Richtung Fernpass (Ö), mit einem Zwischenstopp in Biberach. Mit 90 km/h hinter LKW´s sicherlich kein fahrerisches Erlebnis, aber der schnellste Weg, in die Alpen zu kommen, welche sich am Horizont mehr und mehr näherten. Bei Dunkelheit baute ich mein Zelt auf und bin dann auch recht schnell – halb tot – auf die Matratze Isomatte gefallen.
Am nächsten morgen ging es gleich früh los, Richtung Ötztal, Tagesziel war Bozen über das Timmelsjoch, dem höchsten und längsten Pass in den östlichen Alpen. Höhenmeter um Höhenmeter sind die Wave und ich die Straße hoch gekrochen, ab ca. 2000 Meter machte sich ein erster Leistungsverlust durch die Höhe bemerkbar - bei nur 8 PS geht das schnell. Auf der Spitze angekommen (-1°C) genießt man einen Atemberaubenden Blick in die Ötztaler Alpen und die Dolomiten.

 

Der Weg bergab fiel dann schon leichter, nach nur 45 Minuten saß ich in Meran (I) unter Palmen (22°C) und gönnte mir ein Eis. In der Gegend von Brixen weilte ich darauf hin 2 Tage, unter anderem auch, weil Regen angesagt war. Der Dienstag empfing mich dann mit strahlendem Sonnenschein, die Gelegenheit, die Erdpyramiden Lengmoos zu besuchen, bevor es weiter Richtung Lechachtal (Ö) geht.

 
Die Erdpyramiden von Lengmoos. Regen spült die weiche Erde davon, wo große Steine in Erdreich eingebettet waren, bleiben bis zu 8m hohe Türme zurück.

Mittwoch hat es mich dann voll erwischt: Ausgerechnet, wenn die längste Fahrt (470km) ansteht, regnet es aus Eimern – man hätte mich genauso gut 6 Stunden lang mit dem Dampfstrahler besprühen können.  Am Abend kam ich dann am (aus der Megaphon bekannten) Seecamping Masai Mara, in der Nähe von Wien, an – triefend Nass versteht sich. Nach einem Tag Aufenthalt dort und der Erkundung Wiens – sowie dem Wiener Umland – fuhr ich am Freitag auf das KW Treffen München. 

Das ist doch ein schöner Urlaubsabschluss! Mit Freunden und einem Bierchen in der Hand am warmen Lagerfeuer sitzen, es gibt nichts Schöneres. Samstags unternahmen einige Wampen noch eine kleine Ausfahrt, der ich mich nicht angeschlossen habe – gefahren bin ich genug. Doch auch auf dem Platz kann man es tagsüber bekanntermaßen gut aushalten, vor allem wenn sich das Wetter noch einmal von seiner besten Seite zeigt. 

Tamino, MC Kuhle Wampe Vaganten HD

 

Bildanmerkungen:
Bild 3&4: Ausblick vom Sellapass
Bild 5: Seecamping Masai Mara, bekannt aus der Megaphon
Bild 6-10: Wien
Bild 11-30 KW Treffen München.

 

42. MC Kuhle Wampe Sommertreffen

in Lauenberg/Dassel 16. bis 18.08.2019

   

Mit dem MC Kuhle Wampe Vaganten Heidelberg auf dem Sommertreffen
Die Anreise zum diesjährigen Sommertreffen wurde von uns via Email abgestimmt und festgezurrt. Wir waren mit 6 Personen und Moppeds am Start. Horst (vom Esslinger Club), Ulli, Anette und Wolfgang. Silke reiste aus „Norden“, aus ihrem Urlaub an und Michel ist aus Zeitgründen erst am Samstag zu uns gestoßen.

Ulli und Horst haben von Donnerstag auf Freitag bei Charly und Michel eine Zwischenetappe eingelegt und dort genächtigt. Nach einer schönen Anreise über Kraichgau (Das Wetter hält), Odenwald (Das Wetter hält), Spessart (Das Wetter hält) ist Ulli gegen 18 Uhr, fröhlich empfangen von Charly, Michel und Horst, am Etappenziel angekommen. Gemeinsam haben die Vier dann noch einen netten Abend verbringen können.
Wolfgang kam dann am Freitag Vormittag dazu, so dass die Drei gemeinsam gestartet sind. Vor dem Start wurden noch einmal kurz die unterschiedlichen Routen zum Treffen abgestimmt. Entschieden haben sich die Drei für eine etwas längere, aber dafür schönere Strecke. Horst Mimte den „Rod Captain“ und ist vorausgefahren. An der Stelle Danke an Horst für die schönen gewählten Strecken!
Gegen 10:00 Uhr ging es über den Spessart auf kleineren Straßen Richtung Gelnhausen, Fulda. Dann in die Rhön und anschließend Richtung "Rhöner Hochstraße". Beim letzten Streckenabschnitt bemerkte Wolfgang, dass er in so manchen Kurven das Gefühl hatte mit dem Hauptständer aufzusetzen, was eigentlich bei ihrem Fahr- und Kurventempo in der Gruppe mit einer BMW GS äußerst unwahrscheinlich sein sollte. Bei einer Kaffeepause haben sie dann mal nachgeschaut und siehe da: von dem Hauptständer an Wolfgangs Mopped hatte sich eine Schraube verabschiedet, so dass er nur noch an der Feder hing und bei Kurvenfahrt durchschwang und tatsächlich aufsetzte. Also Werkzeug raus, Hauptständer ab und als "Hirschgeweih" auf die Gepäckrolle geschnallt. Durch den Streckenverlauf und der kleinen Reparatur war unsere Truppe dem Zeitplan etwas hinterher, so dass sie nicht pünktlich wie verabredet zur großen Pause am Meißner Naturfreundehaus ankamen und Anette eine 3/4 Stunde auf die Leute warten musste.
Noch schlimmer war, das die Truppe außerhalb der Essenzeiten, die im Naturfreundehaus bis 14 Uhr geht, angekommen ist. So standen sie da, mit knurrenden Mägen, und überlegten, was sie nun machen. Aber der Wirt hatte ein nachsehen mit den Leuten und bot ihnen eine Kartoffelsuppe mit oder ohne Bockwurst an, welche von ihnen dankbar angenommen wurde. Jetzt noch hier die schöne Aussicht genießen und dann auf zum Endspurt nach Dassel. Gestärkt machte sich die Truppe auf, den Rest der Strecke zum Sommertreffen gemeinsam zu fahren.
Die letzte Etappe ging, wegen der fortgeschrittenen und verlorenen Zeit, auch ein Stück über Autobahn. Gegen 17:30 Uhr sind sie dann auf dem Sommertreffen angekommen und haben nach ihrer Begrüßungsrunde unter den Wampen das Lager aufgeschlagen. Ausreichend freie Plätze für die Zelte waren noch vorhanden – alles Gut. Nach dem Zeltaufbau wurde dann erst mal alles erkundet. Für Ulli war es nach vielen Jahren Sommertreffenpause wie nach Hause kommen. Alles gut organisiert, alle gut drauf und die Örtlichkeiten waren auch noch gut vertraut.
Am Abend auf dem Gelände trafen sie noch viele bekannte Gesichter und haben mit uns bei einem gemeinsamen Abendessen und dem ein oder anderen Bier noch schöne und interessante Gespräche geführt. So haben die Vaganten den Freitagabend ausklingen lassen.

 

„42“
Am Samstagmorgen erwartete uns auf dem Treffen ein reichhaltiges, gut sortiertes Frühstück. In Erwartung des nachmittäglichen und abendlichen Programms, begaben wir uns jetzt entweder mit der Megaphon oder einem guten Buch in die Komfortzone „Strandkorb“, oder in das erfrischende Nass des Schwimmbades.
2019 war ein ganz besonderes Sommertreffen. Es war die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, dem Universum und dem ganzen Rest. Alles auf dem Treffen hat sich an der Zahl „42“ ausgerichtet. Voraussetzung zum Verständnis was da passiert ist, war aber Kenntnis über die komisch-philosophische Trilogie in vier Teilen von Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ (Mehr zu „The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ findest Du unter diesem Link bei Wikipedia). https://de.wikipedia.org/wiki/Per_Anhalter_durch_die_Galaxis#Handlung
Damit ließen sich die ganzen Leute erklären, die hier mit Bademantel und Handtuch über den Platz gelaufen sind, dass das Orga-Zelt plötzlich „Deep Thought“ genannt wurde, dass es ein „Restaurant am Ende des Universums“ gab, der „pangalaktische Donnergurgler“ zum Ausschank kam, die Rubbels (Abstreichkarten) als Handtücher dargestellt und mit Ratschlägen aus dem „Anhalter“ bedruckt wurden, sowie die automatische Türe am Kaffeezelt sich für eine Benutzung bedankte oder die Nutzung mit einem tiefen Seufzer quittierte (zum Ausprobieren mal auf das Bild hier rechts klicken!). Die hyperintelligenten, pandimensionalen Lebewesen mögen mir verzeihen, sollte ich was bei der Aufzählung übersehen haben. 

Das Sommertreffen fand in diesem Jahr sehr guten Zuspruch. Um die 400 Menschen waren am Samstag vor Ort um sich Kultur, Kulinarisches und Durststillendes einzuverleiben. Der am Abend einsetzende leichte Regen konnte hierbei auch die Stimmung nicht wirklich trüben. 
Es gab wieder mal alles, was das Herz begehrt. Die kulinarischen Angebote hier aufzulisten weckt Neid und den Eindruck, dass es sich um ein Fressfest handelt. Waffeln, Crepes süß oder herzhaft, Thai-Küche, Pizza, Pommes, Bratwurst und Steak aus dem Hochofen, Käseplatte, südländische Spezialitäten, dazu Oliven und Peperoni und auch lecker Maultaschen standen auf der Speisekarte. Einfach zu vieles um alles testen zu können.
Verschiedenste regionale Biere, Alt vom Fass, Wein in rot und weiß, Kaffee und allerlei Alkoholfreies rann die Kehlen hinunter. Wampen kleckern nicht! Wampen können sehr wohl auch klotzen – im Angebot als auch im Verbrauch!

Über Tag bestand die Möglichkeit sich an der Ausfahrt in das Umland oder sich mit dem Motorrad am Geschicklichkeitsparkour zu beteiligen. Ingos Klamotenkiste mit gebrauchter Motorradkleidung fand sehr reges Interesse, als auch die Shopkiste mit Ihren Wampe-Devotionalien, sowohl für Mitglieder, als auch für solche die es noch werden wollen. Und der „Kutten-Patches-Aufnähservice“ (gegen Spende) war auch gut frequentiert.

 

Das Bühnenprogramm am frühen Abend startete mit einem äußerst interessantem Vortrag: „auf dem Landweg nach New York“ – mit 4 Ural Gespannen 43.000 Kilometer! Ganz großen Respekt für diese Menschen, die sich auf dieses Abenteuer zur Begegnung mit den Menschen in Osteuropa und Russland (und das war ein wirkliches Abenteuer) eingelassen haben. (Mehr dazu unter https://www.grenzgang.de/programm/leavinghomefunktion-auf-dem-landweg-nach-new-york/).

Danach Musik mit „Premium Spezial“ aus Hannover (Punkrock) und mit den 2013 schon mal dagewesenen und wieder herbeigesehnten „Doctor Krapula“ mit Rock aus Kolumbien. Für einen kurzen Live-Mitschnitt einfach mal das Bild hier von Doctor Krapula anklicken.

Aber auch aktuelle Politik kam auf dem Treffen nicht zu kurz. Angefangen mit einer Informationsveranstaltung zur Kampagne „Rheinmetall Entwaffnen“ die vom 01. bis zum 09. September in ein Friedenscamp und am 07. September zur Demonstration in Unterlüß aufruft (siehe auch https://rheinmetallentwaffnen.noblogs.org/camp/) über eine Spiel-Spenden-Aktion die immerhin 244,44€ für Seawatch einbrachte, hin zu den unzähligen Diskussionen über aktuelle oder auch vergangene Ereignisse unserer Gesellschaft.

Das auch viel Benzin geplaudert wurde, sollte unter Motorradfahrer*innen eigentlich keiner Erwähnung mehr gewürdigt werden müssen.

Ein riesiges DANKESCHÖN an die STAG (Sommertreffen AG) und allen Helfer*innen, die hier zu einem wirklich absolut wunderbaren Treffen beigetragen haben!